roman haefeli
spatialétude ist eine begehbare Klanglandschaft, die mittels Kopfhörer
erkundet werden kann.
Die Bewegung des Besuchers durch den Raum verändert
seine akustische Perspektive.
Klangobjekte können von allen
Seiten 'betrachtet' werden und bieten gleichzeitig einzige
Orientierung im
visuell neutralen Ausstellungsraum. Die Arbeit behandelt Klänge als
dreidimensionalen Raum und setzt Bewegung als musikalisches Gestaltungsmittel ein.
Wie der Titel schon andeutet, ist die Arbeit eine Studie, die versucht, den Raum mit rein
akustischen Mitteln zu gestalten und zu definieren. Es kommen musikalische Elemente zum
Tragen, die - für sich genommen - separate Objekte darstellen, im Zusammenhang aber ein
Ganzes ergeben. Die Arbeit benutzt binaurale Spatialisierung von Klängen, um den Besucher zu
animieren, sich auf sein Gehör zu verlassen und sich durch seine Fähigkeit des Richtungshörens
im Raum zu orientieren. Dabei steht der Vorgang des Hörens selbst im Vordergrund und nicht
das Transportieren eines bestimmten Inhalts. Mit elektronischen, also abstrakten Klängen wird
der Raum modelliert. Es entsteht eine Hörerfahrung, die sich grundlegend unterscheidet von
der konventionellen Musikrezeption (Konzert oder Konserve), da der Hörer aufgefordert wird,
das Klanggeschehen aktiv zu erkunden, statt ihn an eine vorgegebene Position zu fesseln
(Sessel im Konzertsaal, Sweet Spot1 bei der Stereoanlage). Was üblicherweise von einem starren
zeitlichen Ablauf vorbestimmt wird, nämlich der Verlauf des Musikstücks, wird nun vom Hörer
selbst durch seine eigenen Bewegungen herbeigeführt. Dies geschieht in einem immersiven
fluiden Raum, wo die Klänge zwar ihre Position haben, aber verschiedenartig ausstrahlen, sich
überlagern und auf den Hörer reagieren. Die erhöhte Autonomie, die die Möglichkeit der aktiven
Beobachtung mit sich bringt, verlangt aber auch die Bereitschaft (Fähigkeit?), den
sonst eher dominanten Sehsinn hinten anzustellen und dem Gehör gänzlich zu vertrauen.
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http://romanhaefeli.net/